Nachdem die Gyrocopter nach dem zweiten Weltkrieg endgültig von den Hubschraubern verdrängt wurden, werden sie heute wieder neu entdeckt. Gyrocopter kommen immer mehr bei Hobbypiloten in Mode, da sie verhältnismäßig günstig zu erwerben und zu unterhalten sind. Aber auch kommerzielle Einsatzgebiete wie Fotorundflüge, Eventservices, Überwachung und Kontrolle diverser Szenarien liegen diesem einzigartigen Fluggerät.


Abb: Einsatz im Streifendienst der Polizei


Auf der Suche nach einem innovativen Einsatz- und Führungsmittel für eine effektive Aufgabenerledigung wurde der Gyrocopter von der Polizei des Landes Brandenburg getestet. Für die Polizei ist die Aufklärung aus der Luft eine der effeiktifsten Arten der Einsatzbewältigung. Aus ökonomischen Gründen kann aber gegenwärtig dem Bedarf einer kompletten Abdeckung der Luftüberwachung nicht nachgekommen werden. Dies beruht auf den kostenintensiven Einsatz des Hubschraubers, der aus diesen Gründen nur gezielt und in besonderen Situationen von der Polizei eingesetzt wird. Im Vergleich zum Eurocopter 135, der in der Anschaffung ca. 3.000.000 Euro kostet, liegt der Gyrocopter mit ca. 70.000 Euro, im Bereich eines gehobenen Mittelklassewagens. Sartet einmal der Hubschrauber kommen weitere Kosten hinzu. Betriebsmittel- und Wartungskosten summieren sich zu 3.000 Euro pro Flugstunde und sind damit dreißig mal höher als beim Gyrocopter. Zu erwähnen ist auch die aufwendige und kostenintensive Pilotenausbildung. Die Grundausbildung auf einem einmotorigen, kolbengetriebenen Hubschrauber (z. B. Hughes 300) schlagen mit mindestens 50.000 bis 60.000 Euro zu Buche. Für den Gyrocopter benötigt der Pilot nur eine UL-Lizens und die zusätzliche Schulung auf dem Gyrocopter. Beides zusammen kostet ca. 6.000 Euro und ist um ein zehnfaches günstiger.
Aus diesen Gründen ist der Gyrocopter in den Fokus der Betrachtung gerückt, da er die einsatztaktische Nische zwischen den Funkstreifenwagen und den Polizeihubschrauber schließen könnte.


Einsatzgebiete

Während der praktischen Erprobung kam der Gyrocopter bei seinen Streifenflügen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Dabei wurde festgestellt, dass der Gyrocopter als Luftfahrzeug grundsätzlich in der Lage ist, Aufklärung zu betreiben und umfassende Informationen aus der Luft bereitzustellen.


Abb: Aufnahmen aus dem Gyrocopter während der polizeilichen Erprobungsphase.


Durch die umfangreichen Tests erwies sich der Gyrocopter als ein innovatives und effektives Einsatz- und Führungsmittel sowie als eine sichere und kosteneffiziente Ergänzung zum Polizeihubschrauber. Für den täglichen Streifendienst könnte in den 15 Schutzbereichen des Landes Brandenburg, jeweils ein Gyrocopter mit einer zwei Mann starken Besatzung eingesetzt werden und darüber hinaus landesweit zur Verfügung stehen.


Außerpolizeiliche Szenarien

Neben dem Einsatz im polizeilichen Streifendienst, kann der Gyrocopter auch in anderen Bereichen als kosteneffiziente Alternative in verschiedenen Behörden und Unternehmen eingesetzt werden.


Abb: mögliche Einsatzgebiete des Gyrocopters